Süddeutsche vom 24. März 2021: Englschalking – Nicht zu retten!

Dem Bau des neuen Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums stehen 43 Bäume im Weg. Fünf davon werden verpflanzt, acht sind marode und 30 werden gefällt, damit im Boden nach Weltkriegsmunition gesucht werden kann…

Noch stehen die 43 Bäume auf der Grünfläche neben dem Spiel- und Begegnungszentrum an der Fideliostraße. Doch die Bagger warten schon. Denn auf der Fläche im Fideliopark am Salzsenderweg wird das neue Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium (WHG) mit Dreifachsporthalle und Freizeitsportanlagen entstehen. Das “Go” für den Baubeginn des Gymnasiums war nur noch Formsache. Der Stadtrat hatte den Satzungsbeschluss für den erforderlichen Bebauungsplan bereits erlassen und nun auch die Baugenehmigung erteilt.
…….Petra Cockrell (Grüne), Vorsitzende des Unterausschusses Umwelt, Grünplanung und Klimaschutz lobte dann auch, dass die Referate mit “Umsicht” geplant und sich bemüht hätten, Bau und Baustelle sehr “kompakt” zu halten.

Von Nicole Graner, Englschalking (SZ)

Dazu der Leserbrief von Veronica R. (veröffentlicht in der SZ am 11. Mai 2021, darum erst jetzt bei uns online)

Leider kommen im o.g. Artikel nur Protagonisten zu Wort, die diesen mit aktuell 121 Mio. Euro veranschlagten Neubau des WHG auf dieser äußerst sensiblen Fläche befürwortet haben.
Das Planungsgebiet liegt im wahrsten Sinne des Wortes „im Zentrum des Sturms“, und zwar mitten im Wirkungsbereich einer der wichtigen Kaltluftleitbahnen, die München mit Kaltluft versorgt und somit eine sehr hohe bioklimatische Bedeutung hat. Kritische, mahnende Stimmen, wie etwa die des Bund Naturschutz, der u.v.a. „eine erneute Prüfung von Alternativen unter Einbeziehung von Klimaschutz- und Artenschutzkriterien sowie der Vereinbarungen des Koalitionsvertrags forderte“, lässt der Artikel leider schmerzlich vermissen.
Weshalb Frau Cockrell, obwohl Vorsitzende des UA Umwelt, Grünplanung und Klimaschutz, die „umsichtige Planung“ dieser Klima- und Naturkatastrophe „lobt“, wird klar, wenn man weiß, dass sie 2016 noch für die Fraktion der CSU Mitglied im UA Bildung/Kultur/Sport/Soziales wie auch Kinderbeauftragte des BA 13 war und für diesen Standort gestimmt hat.
Aber dass man es sich laut Frau Seidl vom Gartenbaureferat mit den Bäumen angeblich nicht leicht gemacht habe, die Schulfamilie des WHG sich Obstbäume wünscht, das Baureferat „Gucklöcher im Bauzaun zum Lugen“ und „Kunstwerke“ aus – übrigens bereits am 22. März zur Brutzeit gefällten! – Bäumen für „eine schöne Idee“ hält, muss auf alle Klima- und Naturschützer*innen, die sich seit vielen Jahren für den Klimapark engagieren, sehr zynisch wirken. Eine wirklich schöne Idee wäre,  die Stadtverwaltung nähme sich die Bundeskanzlerin zum Vorbild, gestände diese „peinliche Fehlplanung“ ein, wie u.a. die nicht bedachte vierte Turnhalle u.v.m.,  und stoppt dieses Debakel noch. Dann ließen sich mit diesen 121 Mio. Euro vielleicht sogar mehrere, besser durchdachte Projekte realisieren, die dann allen Bürger*innen, der Natur UND dem Klimaschutz gerecht werden können.

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