Leserbrief zum SZ-Artikel vom 15. Februar 2022, Sebastian Krass im Interview mit Thomas Auer

DANKE, dass zum Thema „Büschl-Hochhäuser“ auch ein Experte zu Wort kommen darf! Im genannten Artikel ist alles gesagt: Es gibt viele einleuchtende Gründe die gegen derartige Monster sprechen. Aber unsere Stadtregierung setzt auf “Bürgergutachten“.

112 Bürger – das sind gerade einmal 0,07  Promille der Einwohner –  zu diesem, für unsere Stadtentwicklung höchst sensiblen Thema, zu befragen und dies dann „Bürgergutachten“ zu nennen, ist eine Farce! Eine Frechheit all den Bürgern gegenüber, die sich ernsthafte Gedanken zu diesem Projekt machen, all den Bürgern gegenüber, die sich 2004 in einem echten Bürgerentscheid gegen Hochhäuser ausgesprochen haben, all den Bürgern gegenüber, die nichts davon haben, außer noch mehr Verkehr, noch mehr Stau und lange Beschattung.

3 000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen und vielleicht ein paar Penthouse-Wohnungen in den oberen Stockwerken – das zieht die Reichen aus der ganzen Welt in die Stadt. Die angespannte Wohnungssituation wird sich weiter verschärfen, der Pendlerverkehr zunehmen und die Mietpreise werden dadurch sicher nicht günstiger.

Da kann Herr Büschl noch so sehr betonen, wie nachhaltig seine Türme gebaut werden. Ohne Beton und Stahl wird es bei dieser Höhe nicht gehen. Beton mit seiner hohen CO²-Emissionen – der Klimakiller Nr.1 !

Hat sich schon einmal jemand Gedanken darüber gemacht, wie viel Fläche allein für die zugehörigen Parkhäuser und -plätze versiegelt wird und wie viel Beton allein dafür verbaut wird? Spielt das in der Klimabilanz unserer Stadt keine Rolle?

Ich kann beim besten Willen an diesen Türmen keine Nachhaltigkeit erkennen, da können die Grünen – die sich Ökopartei nennen –  noch so sehr die Werbetrommel rühren.

Und was sagt unser Bürgermeister? Die Arroganz, mit der Herr Reiter sich über seine besorgten Bürger hinwegsetzt, schlägt dem Fass den Boden aus: „Ich habe überhaupt keine Lust darauf und keinen Anlass, über die Dinge, die der Stadtrat nach einer Bürgerbeteiligung entscheiden kann, noch eimal die Bürger zu befragen“ (SZ vom 11./12.12. 21-R1).

Er hat wohl zu oft mit Herrn Büschl diniert, der sich generell zum Bauen in München folgendermaßen äußerte: “…Es gibt immer noch Flächen in und um München, aber sie sind zu stark reguliert. In neuen Gebieten muss viel mehr Wohnungsbau zugelassen werden, als das im Moment der Fall ist.

Allerdings sehe ich ein großes Hindernis: die Bevölkerung selbst.” (SZ, Juni 2019)

Sonja Sachsinger,

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