Süddeutsche vom 22. Mai 2021: Biotopia unterm Brennglas

Gefährdet der Museums-Neubau Schloss Nymphenburg? Bei einem Live-Chat der örtlichen CSU prallen Denkmalsbewahrer und Anhänger moderner Wissenschaftsvermittlung aufeinander

“Biotopia ist das Revolutionärste, was es zur Zeit gibt, weltweit einmalig”, so zitierte Benedikt Grothe, Vorsitzender des internationalen Biotopia-Beirats, Fachleute aus der Branche und warnte: “Und wenn es jetzt nicht kommt, werden noch mal 50 Jahre vergehen.” Es war (beinahe) das Schlusswort einer in Unterthemen gegliederten Online-Podiumsdiskussion, zu der die örtliche CSU am Donnerstagabend geladen hatte, die drei Stunden dauerte und gut 150 Zuhörer hatte.
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Thema Denkmalpflege: Für den Kunstgeschichte-Studenten Neven Denhauser und seine Mitstreiter von der Bürgerinitiative “Gemeinsam für Schloss Nymphenburg” ist der Neubau ein unverzeihlicher Stilbruch im barocken Schlossensemble. Er plädierte dafür, das leer stehende, zum Abriss vorgesehene, den südlichen Schwaige-Flügel so vorbildlich spiegelnde und wider alle Behauptungen als Teil des Denkmal-Ensembles “sehr wohl geschützte” Uni-Institut aus den Sechzigerjahren zu sanieren und fürs Museum zu nutzen. Das alte Laborgebäude sei völlig ungeeignet, erwiderte Apel. Er und Gorman verwiesen auf die mehrmalige Umplanung der Neubau-Fassade, die sich “hervorragend einpasse”, alles in enger Abstimmung mit den obersten Denkmalpflegern. Wesentliche Änderungen seien nicht mehr möglich. Hubertus Günther, der beantragt hat, das Schloss auf die “rote Liste” des Kunsthistoriker-Verbandes aufzunehmen, störte sich überdies daran, dass der Haupteingang “da hinten, am äußersten Eck der Anlage” geplant sei. Gorman rühmte den Standort: “Wo in München gibt es einen besseren Platz für ein der Biodiversität, dem Arten- und Klimaschutz gewidmetes Museum als zwischen Schlosspark und Botanischen Garten?”
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Von Sonja Niesmann, Nymphenburg

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Ein Kommentar

  1. Warum muss der Denkmalschutz des Schlosses missachtet werden um ein wunderbares Museum zu schaffen. Schon das Preisgericht hat sich deshalb zerstritten. Die Architekten im Preisgericht sollten in sich gehen und die vom Architekten gezielte Missachtung nicht auch noch loben und bepreisen.

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