Münchner Zeitung vom 12. März 2021: Grüne und SPD winken Verbauung des Eggarten in der Stadtratssitzung durch!

Die Auszüge aus der Pressemeldung der Grünen laseen vermuten, dass sie sich von “Visualisierungen der Investoren” beeinflussen lassen!

Auszüge aus der Pressemeldung der Grünen vom 10. März 2021:
Mit einem auf Initiative der Grünen beschlossenen Änderungsantrag werden die Auswirkungen auf die ökologisch hochwertigen Grünflächen des Eggartens minimiert und die Frischluftzufuhr gesichert.

Anna Hanusch: „Für den Münchner Stadtrat, der die Entwicklung der gesamten Stadt und die Interessen aller Bürgerinnen und Bürger im Blick haben muss, ist der Kampf gegen die Wohnungsnot eine seiner wichtigsten Aufgaben. Dazu gehört auch der Neubau von Wohnungen – auf den wenigen Flächen, die in München dafür noch in Frage kommen, auch in größerem Umfang. Am Eggarten wird die größte Genossenschaftssiedlung nach dem 2. Weltkrieg in München entstehen – genau diesen Wohnungsbau brauchen wir in München, denn er hat nicht die Profitmaximierung, sondern die Schaffung von preisgünstigem Wohnraum für die Mitglieder zum Ziel.“ 

Paul Bickelbacher: „Für dieses Bauprojekt werden viele Bäume fallen müssen. Das ist gerade für uns Grüne ein schmerzhafter Vorgang, denn wir sind angetreten, um das Grün in dieser Stadt besser zu schützen und zu erhalten. Aber in der Stadtentwicklung stehen wir auch immer wieder vor Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt, kein Schwarz oder Weiß – sondern bei denen man in einem Zielkonflikt abwägen und den besten Weg finden muss. Wir müssen bezahlbaren Wohnraum schaffen – und das gelingt mit diesem Bauprojekt, das darüber hinaus Maßstäbe für moderne und klimaschonende Stadtentwicklung setzt: Das gesamte neue Viertel wird als autoarmes Gebiet ohne feste Stellplätze im Straßenraum konzipiert, die Energieversorgung wird durch Fotovoltaik weitgehend im Viertel selbst gewährleistet, in und um die neuen Gebäuden werden neue Grünflächen entstehen, Dächer und Fassaden werden begrünt. Mit unserem Änderungsantrag wurde außerdem beschlossen den Artenschutz über die üblichen Standards hinaus zu berücksichtigen – beispielsweise durch zusätzliche Schutzmaßnahmen für Fledermäuse und Amphibien – und auch die Frischluftzufuhr wird zu großen Teilen erhalten bleiben.
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Auszüge aus der Pressemeldung der Grünen

Grafik: © Studio Wessendorf mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten (Download von muenchen.de)

5 Kommentare

  1. Investoren und das PLAN-Referat brauchen regelmäßig schöne Worte für grässliche und irreparable Umweltzerstörungen in München, Stadt mit Klimanotstand! Und Kommunalpolitiker äffen das kritiklos nach. So wird aus dem naturbelassenen Eggarten eine ökologische Mustersiedlung… und das Landschaftsschutzgebiet an der Truderinger Fauststraße 90, seit Jahrzehnten laut UNB und LH München-Studien (!) eine Grünfläche mit hohem ökologischen Wert und mit Klimafunktion usw. wird gemäß PLAN-Referat und Investor durch den geplanten Bau von sieben mehrgeschossigen Wohnblöcken und dem Bau von über 100 Tiefgaragen “ökologisch aufgewertet”!!! Sind SPD, Grüne, CSU und FDP wirklichkeitsfremd und vollständig der Träumerei verfallen??? Sehr bedenklich! Denkt doch nach und vor! Dafür ist das Hirn doch da!

  2. Seit Jahren kämpfen engagierte Bürger, und die Naturschutzverbände BN und lbv um den Erhalt des Eggartens als “ökologisches Kleinod”.
    Wie es aussieht, einmal mehr ohne Erfolg – die Meinung der Münchner Bürger bleibt außen vor. (siehe dazu auch unten eine PM der Grünen vom Dez. 2019)
    “Einzigartig” titelt die SZ am 12.3.2021 (https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-lerchenau-eggarten-plaene-gruene-1.5232015) und greift den Gedanken einer entstehenden Klimaschutz-Mustersiedlung auf.
    Nur kurz werden die Bedenken der Linken, der FDP und der München-Liste zitiert: Unser Bürgerinitiativ- Stadtrat Dirk Höpner rechnet mit bis zu 700 Baumfällungen – weiterer Verlust an Fauna und Flora sowieso!! – Und nur in der print-Ausgabe wird der lbv zitiert.
    Was an bestehender Biodiversität in diesem Areal großflächig vernichtet wird und welche Möglichkeiten die LHM hier für ihre Frischluftschneisen, Biodiversitätsstrategie und Klimaschutz gehabt hätte, würde man diese grüne Oase erhalten und noch naturnah verbessern, scheint keine Rolle mehr zu spielen.
    Die Zukunft wird dort ja eine Bessere! – mit Visionen sind unsere Stadträte gut: so sollen z.B. in der Nähe von 5000 Neubürgern, die in u.a. 12geschossigen Hochhäusern wohnen, Amphibienteiche angelegt werden: In Sommernächten können deren Bewohner dann die Großstädter mit ihrem Quaken belästigen und für ihre Winterruhe können sich die Kröten leicht in den Rasenmäher-Wiesen verkriechen oder im Erdreich unter jungen Bäumen, wo stets die Haushunde Gassi gehen…

    Bauen, bauen bauen:
    Etwa die Hälfte der Wohnungen bauen Genossenschaften – also vielleicht wirklich mal bezahlbarer Wohnraum, aber die andere Hälfte dürfte den neuen Zuziehenden zugute kommen, die z.B. Apple mit neuen Arbeitsplätzen in die Stadt holt.
    Das ist nicht im Sinne der wohnungssuchenden Münchner Bürger!

    Quo vadis Stadtgrüne? ” dass viele Bäume fallen müssen,…ist gerade für uns Grüne ein schmerzhafter Vorgang, denn wir sind angetreten, um das Grün in dieser Stadt besser zu schützen und zu erhalten” wird von Stadtrat Bickelbacher mit dem wichtigeren Wohnraum entschuldigt – Stadträtin Hanusch muss sich gar nicht mehr entschuldigen.
    Was ist bitte an den Münchner Grünen noch Grün, wenn die Gedanken des Koalitionspartners Vorrang haben und nur der Beton nachträglich begrünt werden soll??
    Echte Bürgerbeteiligung beim Eggarten auch Fehlanzeige! – was nützt es uns Bürgern vollumfänglich, transparent bei der “Betonisierung” unserer einst so lebenswerten (Heimat-)Stadt informiert zu sein, wenn unsere Meinung von unseren gewählten Politikern nicht einbezogen wird?
    Herr Bickelbacher gab seiner Pressemitteilung vom 16.12.2019 den Titel
    “Bürgerbeteiligung garantieren – demokratische Planungsprozesse sichern” (https://www.gruene-fraktion-muenchen.de/page/33/)
    Zitat: „Die kommunale Selbstverwaltung und Planungshoheit hat in Deutschland Verfassungsrang. Informationsveranstaltungen von Investoren sind daher kein Ersatz für eine geregelte Bürgerbeteiligung unter der Ägide der Stadt. Die Stadt muss die Planungshoheit wieder selbst wahrnehmen, sonst wird Bürgerbeteiligung zur Farce und die Informationsfreiheitssatzung wird ausgehebelt.“
    Bürgerbeteiligung ist aktuell schon eine Farce – egal ob Investor oder Stadtrat und -Verwaltung die Zukunft Münchens bestimmen.

  3. Wie kann man sich ein ökologisches Modellquartier mit 2000 Wohnungen auf 21 Hektar vorstellen? Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von mehr als 20 000 Menschen pro Quadratkilometer.
    Eine weitere Erhöhung der Bevölkerungszahl führt zwangsläufig zu mehr Verkehr, mehr Verbrauch an Energie, Wasser und natürlich Flächen.
    Der Bau der Gebäude wird große Mengen Beton, Metall, Sand, Kunststoff usw. verbrauchen. Dieser Verbrauch wird nicht kompensiert. Stattdessen werden Bäume gefällt, gewachsene Gärten zerstört und Tiere aus ihrem Lebensraum vertrieben.
    Die (fast) klimaneutrale Energieversorgung für die 2000 Wohnungen wird von den Investoren angesprochen, aber nicht erklärt, wie das umgesetzt werden soll, wahrscheinlich garnicht! Das ist auch nicht möglich, denn dann müssten im Eggarten die eigenen Windräder und Sonnenkollektoren aufgebaut werden. Das braucht Platz und Ressourcen, die wiederum nicht kompensiert werden.
    Wieder wird ein altes gewachsenes und besonderes Areal Münchens der Bauwut geopfert. Das viel bemühte Argument „eine Stadt ändert sich“ ist sicher richtig. Die Stadt München wird voller, heißer, staubiger, die Luftschadstoffgrenzwerte werden in München ständig überschritten, sogar im Coronajahr. Aber die Politik ändert sich nicht, da heißt es immer nur einfallslos „bauen, bauen, bauen“. Auch die Grünen, die eigentlich mal als ökologische Partei angetreten sind, haben offensichtlich keine neuen Ideen.

    1. Ich fürchte, die Tiere (und da gibt es wohl viele Arten, die sonst nirgends mehr in München vorkommen) werden nicht nur vertrieben, sondern in der Stadt ausgerottet. Eigentlich sollten wir langsam gelernt haben, daß so etwas nicht mehr passieren darf.

  4. CO2 neutral? Und ich heize CO2-neutral mit Braunkohle! Mit Verlaub, wer glaubt denn so einen Unsinn? Und dann den Klimanotstand ausrufen. Tut mir leid, unglaubwürdiger geht’s echt nicht, grüne Statratsfraktion! Bündnis 90 – die Betongrauen – schämt Euch! Euch wähle ich nicht mehr.

    Rettet den Eggarten!
    http://pro-eggarten.de

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