Leserbrief zum SZ-Kommentar “Satz mit x – das wird nix” von Gerhard Matzig am 09.06.2021

Lassen wir 100 zufällig Auserwählte doch einfach Ixi-Knutschfleck-Youtube-Filme ansehen!

„Satz mit x – das wird nix.“ Tja, korrekt lautet die Redewendung: Satz mit x – das war wohl nix.

Soll heißen: wir lachen nicht nur neu hinzugekommene Schrägaufzüge für Katzenliebhaber weg, sondern auch „elegant taillierte“ 155 m hohe Brennglas-Wolkenkratzer, unsere Paketposthalle „suggestiv zitierend“. Vor allem aber lassen wir Kritiker uns nicht für einen noch abstruseren, noch schlechteren „Entwurf“ verantwortlich machen, wie Herr Matzig das in seinem Kommentar versucht, wenn er schreibt: „Der Investor kommt den Kritikern entgegen. Gut so“.

Nichts ist gut! Die Kritiker kritisieren die Höhe! Sie kritisieren eine Hochhausstudie, die vorgibt, München verstanden zu haben, um es mit Weiterentwicklungsempfehlungen zu zerstören, die nichts mit der eigentlich guten Analyse zu tun haben. Sie kritisieren, dass die Studienverfasser in der Stadtgestaltungskommission Hochhäuser an der Paketposthalle bejubeln, die sie vorher mit ihrer „Studie“ noch schnell ermöglichten.

Herr Matzig, aufgewacht aus Ihrem Dornröschenschlaf! Schluss mit Riesen und Zwergen-Märchen!

Mach mir doch kein’ Knutschfleck, alles, nur kein’ Knutschfleck. „Das Nonsens-Lied war 16 Wochen in den Charts.“ Das Nonsens-Projekt hält sich schon viel länger. “Eene meene muh, heraus bist du. Heraus bist du noch lange nicht”… Passender könnte der Liedtext nicht sein. Freuen wir uns also über eine 200 000 Euro teure Belustigung für 100 katzenfreundliche oder katzenhassende Auserwählte, weil weder Stadträte noch unsere Stadtplanung Ihrer „Selbstverzwergung“ ein Ende machen wollen. „Ansehnlich“ war das bisher nicht einmal im Ansatz!

Elke Wendrich

Foto: © Visualisierung: Herzog & de Meuron

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