Leserbrief zum Artikel in der Süddeutschen vom 23. Juni 2021 – Mitten in Bogenhausen; Baggerschauen mit Banane

Ein düsteres Bild – Seit ein paar Wochen radele ich nur noch schweren Herzens am Salzsenderweg im Fideliopark entlang: Die Hälfte der Grün- und Erholungsflächen, des sogenannten hochsensiblen Klimaparks mit 43 Bäumen und einer bunten Blumenwiese – Zuhause vieler Vögel-, Bienen- und Insektenarten – wird gerade unwiederbringlich zerstört; die Bäume wurden – in der Brutzeit – bis auf 5 Stück gefällt und die Böden werden abgetragen und anschliessend versiegelt. All das für den Bau des neuen Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums. Zudem gilt dieses Gebiet laut dem Bund Naturschutz als wichtige Frischluftschneise, die durch den Bau verengt wird. „Diese Entscheidung ist die Konsequenz aus einem Behördenversagen. Das Referat für Bildung und Sport hat die Sanierung des Hausenstein-Gymnasiums seit 2007 verpfuscht und als Alternative einen Neubau-Plan aus dem Hut gezogen, für den laut Verwaltung nur das Areal am Salzsenderweg infrage kommt“, laut Ulrike Steinbacher, Süddeutsche Zeitung. Gerade in den letzten Tagen hat die Bevölkerung einmal mehr die Auswirkungen des Klimawandels durch eine Hitzewelle zu spüren bekommen. Sobald man durch die Unterführung in Johanneskirchen fährt, die die Stadt vom Land trennt, ist die Luft dort sofort um ein
paar Grad kühler. Es ist für mich unverständlich, wie das ignoriert werden kann. Die Stadt sucht meiner Ansicht nach nur nach kurzfristigen Lösungen – langfristig und nachhaltig sieht anders aus.

Hintergrund:
Das ehemalige Wilhelm Hausenstein platzt aus allen Nähten: Das ist klar. Aber warum?
Die Stadtverwaltung setzt auf Wachstum – dabei wäre eine nachhaltigere und zukünftsträchtigere Lösung, zu dezentralisieren. Die Dörfer auf dem Land wieder durch Gewerbe und Arbeitsplätze sowie Infrastruktur attraktiver zu gestalten und somit die Landflucht zu stoppen. Die Erholungsgebiete in München lassen ein weiteres Bevölkerungswachstum und die damit verbundene Flächenversiegelung nicht mehr zu.
Die Lebensqualität nimmt rapide ab. Wer sich die letzten Tage im englischen Garten oder an der Isar aufgehalten hat, weil es in der eigenen Wohnung in der Innenstadt vor Hitze nicht zu ertragen war, weiss genau was ich meine. Die Menschen stapeln sich förmlich in den grünen Flächen, die noch übrig sind. Und die, die es sich leisten können, steigen in ihre Autos und fahren ins Umland. Dies führt zu riesigem Verkehrsaufkommen und Ärgernissen der Bewohner an den bayerischen Seen und Bergen. Ganz geschweige denn von der CO2 Belastung.
Da stellt sich mir die Frage, liebe Stadtverwaltung: Massloses Wachstum – um welchen Preis? Die
Zukunft unserer Kinder ist in Gefahr.

M. Fischer


Hier noch weitere Infos zu Schulbauten, die Grünflächen und Bäume kosten, herausgesucht von
Gisela Krupski:

Zielstattschule, Obersendling, in Planung
Von 341 Bäumen werden 123 gefällt:
10.10.2020 https://www.wochenanzeiger-muenchen.de/sendling/baeume-gerettet,129645.html
Schule Königswieserstr , Forstenried, in Planung
https://www.pro-fuerstenried.de/2021/03/koenigswieser-schule-neue-buergerinitiative-gegruendet/
85 Bäume sollen erhalten werden können
SZ, 5.4.2021: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/forstenried-argwohn-in-der-nachbarschaft-
1.5255311

“Das geplante sechsgeschossige Schulzentrum an der Königswieser Straße beunruhigt die
Anwohner. Sie rechnen mit Verkehrsproblemen …”
SZ, 28.5.2021: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/forstenried-kompakt-in-die-hoehe-1.4920975
Schulzentrum Ratzingerplatz, Sendling, im Bau:
zahlreiche alte Bäume auf der großen Wiese dort wurden gefällt
SZ, 1.11.2021: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/obersendling-geballte-offensive-1.5101104


Quellenangaben:
SZ, 03.08.16, Ulrike Steinbacher, https://www.sueddeutsche.de/muenchen/kommentar-verpennt-undverpfuscht-
1.3105760

AZ, 21.03.2018, Gaby Mühltaler https://www.abendzeitung-muenchen.de/muenchen/stadtviertel/neueshausenstein-
gymnasium-in-muenchen-bogenhausen-so-ist-der-aktuelle-stand-art-543859

SZ, 24.03.2021 ,N.Grahner-Kopie:
Englschalking – Nicht zu retten – München – SZ.de
https://www.sueddeutsche.de › … › Englschalking
Ruppert Andreja
https://buergerdialog.online/blog-post/sueddeutsche-vom-24-maerz-2021-englschalking-nicht-zu-retten/

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.