Süddeutsche vom 21. Juli 2026: Radweg weg – Busspur her: Streit um Lindwurmstraße geht weiter

Der neue Radweg existiert erst seit einem Jahr. Jetzt kleben Bauarbeiter ihn schon wieder ab. Warum die Stadt auf der Lindwurmstraße zurückrudert – und viele das nicht akzeptieren wollen.

…Am vergangenen Freitag hat die Landeshauptstadt – im Auftrag von Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) – bekanntgegeben, dass der Radweg auf der Lindwurmstraße zwischen Reisingerstraße und Sendlinger Tor temporär – wie vor dem Umbau – wieder neben den Gehweg verlegt werden soll. Damit wird auf der Fahrbahn eine separate Busspur geschaffen, um den Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen der Implerstraße und Sendlinger Tor zu beschleunigen. Seitdem reißt die Kritik an der Maßnahme nicht ab.

…Die Empörung unter Interessenvertretern des Radverkehrs indes war nach Bekanntwerden der temporären Verlegung des Radwegs enorm. Am Freitagabend hatte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club München (ADFC) spontan zu einer Demo auf der Lindwurmstraße aufgerufen, an der sich etwa 50 Menschen auf ihren Rädern beteiligten. Münchens ADFC-Vorsitzenden Andreas Schön erzürnt, dass der Umbau zulasten der Verkehrssicherheit von Fahrradfahrern gehe. Diese müssten einem Problem – Stau auf der Lindwurmstraße – weichen, das sie selbst nicht geschaffen hätten; und würden auf die alte, teils marode Infrastruktur verdrängt.
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von Martin Mühlfenzl

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