Süddeutsche vom 13. Juli 2026: Verschwendung von Tiefengrundwasser: Stadt will strengere Regeln für Brauereien

Jahrtausendealtes Wasser zum Flaschenspülen? Im Rathaus zeichnet sich ab, dass sich Münchens Bierproduzenten bald umstellen müssen.

….Die Münchner Brauereien müssen sich darauf einstellen, dass sie Tiefengrundwasser bald nur noch stark eingeschränkt nutzen dürfen. Die meisten Fraktionen im Stadtrat sprechen sich auf Anfrage der SZ dafür aus, das besonders reine und geschützte Tiefengrundwasser nur noch als Rohstoff für Bier, nicht mehr aber fürs Reinigen der Anlagen und Spülen von Flaschen zu verwenden. Die meisten sehen auch die Produktion von Limonade mit diesem Wasser kritisch. Damit dürfte eine Mehrheit im Stadtrat auf einer Linie mit relevanten Umweltorganisationen liegen. Sie fordern von der Stadt ebenfalls eine deutlich restriktivere Genehmigungspraxis.

….Während das Trinkwasser für München aus oberflächennahen Bereichen stammt, vorwiegend vom Alpenrand, wird das in tieferen Schichten unter dem Stadtgebiet vorhandene Wasser fast ausschließlich von Brauereien gefördert. Sie stellen daraus „Münchner Bier“ her, nutzen es aber zumindest teilweise auch für Limonaden-Produktion und für Reinigungszwecke. Die Stadt erlaubt dies bisher.

..Für einen Liter Bier sind laut einem Sprecher 3,55 Liter Wasser nötig, wovon 1,5 Liter direkt in die Bierproduktion fließen. Gut zwei Liter, also mehr als die Hälfte, werden demnach für die Reinigung benötigt.

…„Sehr kritisch“ sehe man die bisherige Verwendung, teilt Clara Nitsche mit, Vorsitzende der Grünen-Fraktion. „Tiefengrundwasser darf nicht als Lauge in den Gully fließen, dafür ist es zu kostbar.“ Ihre Fraktion habe „große Sympathie“, die Nutzung des Tiefengrundwassers als Bier-Rohstoff zu beschränken. Klimareferat, Stadtwerke und Brauereien sollten gemeinsam „eine schnelle Lösung“ erarbeiten.
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von Bernd Kastner

Bild: Oktoberfest © Robert Hölzl

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