Süddeutsche vom 22. Mai 2026: Mal Freund, mal Feind – die Münchner und ihre Bäume

Bäume bewegen Menschen – deswegen sind sie immer wieder Streitthema. Woran entzünden sich Konflikte? Und warum verschwinden immer mehr, obwohl fleißig gepflanzt wird?

….Ein Baum ist Emotion. „Ein sehr intensives Verhältnis“ zwischen Münchnern und ihren Bäumen stellt Dorit Zimmermann fest, sie ist beim Bund Naturschutz (BN) aktiv. Mal ärgert ein Baum, wenn für ihn ein Parkplatz entfällt, seine Krone die Wohnung verdunkelt, oder es sehr teuer ist, ein junges Exemplar in die Fußgängerzone zu pflanzen. Dann wieder erfreut er Menschen, die in seinem Schatten sitzen, in ihm lebende Tiere beobachten oder ihn einfach nur betrachten.

….Medienwirksam flogen zuletzt fünf Bäumen im Garten der Lindenschmitstraße 25 in Untersendling viele Herzen zu. Sie sollen für einen Neubau weichen, ein Gericht hat das vorerst gestoppt. Dorit Zimmermann nennt solche umkämpften Exemplare „Stellvertreterbäume“.

…Für den Erhalt alter Bäume geschehe zu wenig, sagen Zimmermann und Sedlmeier. Große Bäume seien es, die wirklich wirken und im Sommer die Umgebung kühlen.
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von Bern Kastner

Baumbilanz München

Ein Kommentar

  1. Dankenswerterweise erstmalig in der Presse! Bernd Kastner hat die Münchner Baumbilanz von 2011-2022 veröffentlicht!
    Die Daten wurden über Jahre von Frau Burkhardt vom Münchner BN per Nachfrage bei der Stadt gesammelt. Ab 2021 wurden sie auch von der LHM selbst veröffentlich (im internet noch als pdf zu finden, zB: siehe 4.7.2023: https://buergerdialog.online/blog-post/rathausumschau-vom-3-juli-2023-baumschutzbehoerde-stellt-baumbilanz-2022-vor/)

    Letzte Daten wurden in der RU vom 28.Feb.2025 nur für „öff. Grün, 2024“ veröffentlicht.
    Bei der LHM ist als neueste nur noch die Gesamt-Baumbilanz 2023 zu finden (https://stadt.muenchen.de/infos/baumschutzverordnung.html) .
    Die Daten daraus passen mit 2350 Fällungen auf öff. Grün und 5438 Fällungen auf Privatgrund zu den Grafiken in der SZ.

    Man merke sich dazu: München verliert, gezählt seit 2011, jährlich ca. 8000 Groß-Bäume (ca. 2000 öff + 6000 priv) durch Fällung!!

    Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit, was am Ende auch die Baumkronenüberschirmung (derzeit ca. 20%) betrifft – die Stadt will diese bis 2050 auf 30 % verbessern… :
    – Erfasst wurden nämlich nur Bäume ab 80 cm Umfang – Ersatzpflanzungen von kleinen Bäumen kann man eigentlich nicht korrekt damit „bilanzieren“, wie es die Baumbilanz zahlenmäßig tut.
    – Die Fällungen werden nicht für die gesamte Stadtfläche erfasst!:
    nämlich a) die BaumschutzVO gilt nur auf ca. 53% der Stadtfläche (Geltungsbereich zu finden: https://geoportal.muenchen.de/portal/umwelt/#layerinfo-legend)
    b) dazu kommen in der Baumbilanz Parks und Grünflächen, die das Baureferat pflegt
    d.h.: es fehlen in der Baumbilanz die Stadt-Waldflächen und „Außenbereiche“ , bekanntes Beispiel: der Eggarten. Dort soll das Naturschutzgesetz gelten
    – 2023 ist erstmalig erkennbar, dass zu „Privat-Fällungen“ über die Jahre auch diejenigen öffentlicher Bauvorhaben gerechnet wurden!

    Die Gesamt-Baumbilanz ist also weit komplizierter, als es oft dargestellt wird. Ab 2026 sollen zudem noch die Bäume ab Umfang 60cm erfasst werden.
    ! Die Stadt täte gut daran, das Bauen nicht über Großbaum-Erhalt zu stellen. wie es auch im neuesten Interview bei der SZ zu lesen ist!
    (https://www.sueddeutsche.de/thema/B%C3%A4ume)
    und den Baumbestand von weit über Tausend Bäumen im Eggarten zu erhalten (SZ-Redakteur Krass sieht das etwas anders sz-plus vom 28.5. https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-eggarten-neubaugebiet-siedlung-kleingarten-baeume-li.3472842)

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