Die Stadt plant einen radikalen Umbau der Ludwigstraße mit zwei statt sechs Spuren, dafür Radschnellwege und Promenade. Wie die autogerechte und steinerne Stadt zurückgedrängt werden soll.
…Die Vision, die das Pariser Architekturbüro Michel Desvigne Paysagiste entworfen hat, lässt erahnen, wie die Zukunft in der Münchner Innenstadt aussehen könnte: Grüne Inseln aus Bäumen säumen den Odeonsplatz vor dem bayerischen Finanz- und Innenministerium. Menschen sitzen auf hellen Bänken im Schatten, nahe dem Reiterdenkmal für Ludwig I. lockt ein Kiosk.
…Baureferentin Ehbauer erinnerte bei der Vorstellung des Entwurfs an die damals vereinbarten Zielsetzungen: Neben einer „klimaangepassten Gestaltung“ der Ludwigstraße gehe es insbesondere um eine städtebauliche Aufwertung der monumentalen Achse. Derzeit, so die Baureferentin, biete die mehr als einen Kilometer lange, klassizistische Prachtstraße, die von 1816 an Leo von Klenze geplant hat, kaum Aufenthaltsqualität. „Sie wird vom motorisierten Individualverkehr dominiert“, so Ehbauer – und sei mit ihren bis zu sechs Fahrspuren ein Relikt der autogerechten Stadt. Bestandteil des Wettbewerbs sei daher auch gewesen, den Verkehr auf der Straße neu zu ordnen – und dabei auch den Busverkehr durch die MVG zu integrieren.….Der zweite Teil der Aufgabe – der sogenannte Ideenwettbewerb – sieht die Neugestaltung der Ludwigstraße von der Von-der-Tann-Straße bis zum Geschwister-Scholl-Platz vor. Auch dieser Bereich soll künftig nur noch auf je einer Fahrspur pro Richtung befahrbar sein, insgesamt sollen etwa 300 Bäume gepflanzt werden. Und vor allem, so Baureferentin Ehbauer, würden dabei Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt. Seit Beginn der Planungen sei das Landesamt für Denkmalschutz eingebunden gewesen, wichtige Sichtachsen blieben bestehen, und Fassaden prägender Bauten wie der Staatsbibliothek oder der Ludwigskirche würden nicht von Bäumen verdeckt. Dies, so Ehbauer, sei auch bei der Umgestaltung des Max-Joseph-Platzes gelungen.
weiterlesenvon Martin Mühlfenzl
Foto: Beim Corso Leopold / Zamanand, Ludwigstr. © Robert Hölzl
