Die Stadt schafft im Feldmochinger Naturparadies Eggarten Baurecht für 1900 Wohnungen – auch für Genossenschaften. Naturschützer sind trotzdem entsetztFür mehr als 4500 Menschen werden im Münchner Norden Wohnungen geschaffen. Der Planungsausschuss des Stadtrats hat jetzt die Bebauung der historischen Eggarten-Siedlung befürwortet.
….Rund 60 Naturschützer haben gestern demonstriert: für die Rettung des „einzigartigen Naturparadieses“ in Feldmoching. In der verwilderten Gartensiedlung stehen 950 größere Bäume mit einem Stammdurchmesser von mindestens 30 Zentimetern.
…Bei der Debatte im Rathaus stimmte Simone Burger (SPD) zu, weil fast 900 bezahlbare Wohnungen entstehen, die Genossenschaften bauen. Die Linke und die München Liste sind gegen die Bebauung des Idylls.
Die Prognose der BI: „Wenn die Bagger kommen, bleibt kein Baum im Eggarten stehen. Die Investoren finden einen Grund, das Baufeld ganz freizuräumen – und wenn es die Suche nach Munition ist.“
weiterlesen (leider nur mit Abo)von Eva von Steinburg u. Christina Hertel
Update vom 18. April 2026: Kolumne in der tz von Helmut Schleich
München braucht vieles. Vor allem aber braucht München laut Stadtrat zwei Dinge:
Wohnungen und Bäume. Und da ist es wirklich saudumm, dass da, wo die schönsten Bäume wachsen und sich zu einem wertvollen Biotop und einer Frischluftquelle für den Münchner Norden verdichtet haben (nämlich im Eggarten), 1900 Wohnungen gebaut werden sollen – und da wo’s eh schon wurscht ist (nämlich in der Fußgängerzone), Bäume hinsollen. Stückpreis 95.000 €, heißt’s.Großspurig den Klimanotstand für München ausrufen, eine gründe Lunge zubetonieren und dafür im Zentrum für bis zu 14 Millionen 150 Bäume pflanzen. Diese Nummer könnte von Donald Trump sein. Aber sie kommt vom Münchner Stadtrat. Und dort weiß man: Zwar leben im Eggarten allerlei seltene und schützenswerte Tierarten, aber welche Rendite hat der Laubfrosch? Zumal verglichen mit dem Investor? Der ist ja eine ganz besonders scheue Art. Wenn den der Stadtrat zu lange warten lässt – zack ist er weg und kommt womöglich nie wieder!
Was der Investor vor allem braucht, ist Platz. Sehr viel Platz. Das muss der Laubfrosch einsehen.
Zumal man ja seitens der Stadt den Investor mit der Hochhaus-Planung am Hirschgarten schon so schön angefüttert hat, sollte man ihm jetzt den Eggarten gönnen. Gerade unberührte Areale liebt der Investor. Und wenn es dem Investor dann wirklich besonders gut geht, dann spendet er der Stadt vieleicht sogar einen Baum für den Marienplatz.Kolumne in der tz vom 18. April 2026, Kabarettist Helmut Schleich

Vielen, vielen Dank, sehr geehrter Herr Schleich! Dieser unglaubliche Frevel kann nicht besser benannt werden!
Da kann man nur staunen, welche politischen Irrwege die Politik erfindet, aus Aktionismus oder Einfalt. Da sollte man gleich die Kabarettisten ins Management nehmen! Dr.Hofmann Initiative Münchner Architektur und Kultur (AKU)
Das ist eine Umweltkatastrophe das Biotop Eggarten mit seinem imposanten Baumbestand zuzubauen. So ein Stadtpark, der eine Frischluftschneise für München darstellt und wichtig für den Klimaschutz und den Artenschutz ist, ist zu schützen.
Wir haben leerstehen das Siemenshochhaus, den Euro-Industriepark (hier würde sich Wohnungsbau anbieten mit einer perfekten Infrastruktur, die schon vorhanden ist), unzählige Leerstände im Bestandsbau, an jeder Ecke werden ganze Wohnhäuser für Spektulationen entmietet und stehen für Jahre, oftmals 10 Jahre und mehr leer. Dann gibt es eine Unzahl an leersteheden Gewerbeimmobilien. Die Eigentümer wären begeistert, wenn so ein Gewerbegebiet in Wohnraum umgewidmet würde. Das wären unvorstellbare Wertsteigerungen. Also Möglichkeiten Wohnraum zu schaffen, gibts massenhaft in München. Da muss man sich nicht an so einem kostbaren Naturparadies vergreifen, wo allerorts Leerstände und brachliegende Gewerbeflächen zu vezeichnen sind.
Es ist wirklich unglaublich, wie die Stadt hier agiert. Betonieren, was das Zeug hält. Sehr schade, dass Quantität vor Qualität geht. Kein Wunder, wenn Bewohner in Wohnsilos psychisch krank werden. Hauptsache es wird Wohnraum geschaffen. Sehr sehr traurig
Der Stadt fehlt ein Planungskonzept.
1. wieviel weitere Arbeitsplätze können für München verantwortet werden wenn diese keine Wohnungen finden.
2. kann die Stadt eine Entwicklung finden die München nutzt nicht schädigt?
3. Stadtentwicklung fußt nicht auf willkürliche Verdichtung. Sie braucht ein Konzept.
Da beißen sich die Spekulanten, Mafiosi und ihre schwarz-rot-grünen Komplizen die Zähne aus. Im Eggarten wird NICHT betoniert.