Süddeutsche vom 3. März 2026: Millionen-Streit um Lärm zwischen Hochhaus-Investor und Backstage

Künftige Nachbarn? Das Backstage hat Umbaupläne, die Büschl-Gruppe Neubaupläne. Darüber streiten nun beide Parteien.

…Wankt der geplante Umbau des Clubs? Könnten künftige Anwohner das Backstage in den Ruin klagen? Und wer muss wem einen Ausgleich zahlen? Über einen Zwist, den beide Seiten öffentlich austragen.

….Als Hans-Georg Stocker im vergangenen Sommer die ambitionierten Umbaupläne für das Backstage öffentlich vorgestellt hat, da saßen im Publikum auch Vertreter der Büschl-Gruppe. Diese will in direkter Nachbarschaft des Kulturzentrums an der Friedenheimer Brücke auf dem Paketpostareal ein neues Quartier um zwei 155 Meter hohe Türme bauen, was immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten geführt hat. Beim Dauerstreitthema Lärmschutz gebe es zwar weiterhin keine Einigung, sagte Stocker damals, man sei aber in Gesprächen. „Und ich hoffe, dass wir bis Ende des Jahres sagen können, dass wir uns geeinigt haben“, so der Mitgründer und Geschäftsführer des Backstage.

…So zuversichtlich Stocker damals klang, so erzürnt ist er heute. „Das Tischtuch ist zerschnitten“, sagt der Backstage-Chef mit Blick auf die Büschl-Gruppe. Dieser wirft er vor, die notwendige Absicherung des Kulturzentrums beim Bau des neuen Quartiers zu blockieren.
…Im November 2025 hat der Stadtrat den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan zum Paketpostareal gefasst….das städtische Planungsreferat sollte bis Ende Januar eine Vereinbarung zwischen der Büschl-Gruppe und dem Backstage verhandeln, die den Bestand des Kulturzentrums absichert.
….Erst danach hätte der Bebauungsplan veröffentlicht werden und das Baurecht endgültig in Kraft treten sollen.

Diese Gespräche seien jedoch geplatzt, sagt Hans-Georg Stocker, der dafür die Gegenseite verantwortlich macht. „Wenn die Büschl-Gruppe ihr Baurecht bekommt, wird es das Backstage in seiner jetzigen Form nicht mehr geben.“
…Aber auch um Geld wird gestritten – etwa die Höhe der Ausgleichszahlungen, die das Backstage für die jahrelange Baustelle vor seiner Tür erhalten soll. „Eine solche Forderung ist jenseits jeder Realität und zeigt deutlich, worum es der Familie Stocker geht: um Gewinnmaximierung“, heißt es in einer Mitteilung der Firma. (Anmerkung: Ist ja schon merkwürdig, dass der eine Gewinnmaximierer dem anderen die Gewinnmaximierung vorwirft :-))
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von Patrik Stäbler

Foto: Blick von der Friedenheimer Brücke, Visualisierung HH-Türme

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