Über den umstrittenen Verkehrsversuch in der Weißenburger Straße wurde heftig diskutiert. Nun hat die Stadt eine Bilanz dazu vorgestellt – mit einem „deutlichen Ergebnis“.
..Die provisorische Fußgängerzone in der Weißenburger Straße ist bei Anwohnerinnen, Anwohnern und Passanten gut angekommen – etliche Gewerbetreibende hingegen berichten von Umsatzeinbußen und einer schlechteren Erreichbarkeit ihrer Läden. Das sind die zentralen Erkenntnisse der Bilanz des einjährigen Verkehrsversuchs, die bei einer Informationsveranstaltung mehr als 300 Interessierten vorgestellt wurde.
….„Die Testphase hat gezeigt, dass die Fußgängerzone funktioniert“, resümierte der städtische Mobilitätsreferent Georg Dunkel. „Die Mehrheit der Menschen wünscht sich eine Veränderung dieses Straßenabschnitts.“ Nun sei es an seinem Referat, auf Basis der Ergebnisse ein Konzept für eine dauerhafte Fußgängerzone in der Weißenburger Straße zu entwickeln, so Dunkel….
…Im Laufe der Testphase habe sich die Situation dann zunehmend beruhigt, sagte der BA-Vorsitzende Jörg Spengler (Grüne). Er sprach mit Blick auf die Evaluation von einem „deutlichen Ergebnis“ für eine dauerhafte Fußgängerzone in der Weißenburger Straße und verwies dabei auch auf zwei Online-Petitionen. Dabei habe das Pro-Lager mehr als 2400 Unterstützende aus dem Viertel hinter sich versammelt, wohingegen die Gegner nur auf knapp 400 gekommen seien.
..in der Befragung bewerteten 63 Prozent der Anwohnenden und 73 Prozent der Passanten die temporäre Fußgängerzone als sehr gut oder gut; seitens der Gewerbetreibenden taten dies nur 32 Prozent. Bei letzteren sahen mehr als 60 Prozent eine Verschlechterung für ihre Kundschaft und ihr Geschäft. Er habe während der Testphase Umsatzrückgänge von fünf bis 18 Prozent verzeichnet, sagte Thomas Voglgsang, Inhaber eines Buchladens an der Weißenburger Straße, bei der Podiumsdiskussion im Anschluss der Ergebnisvorstellung. Nachdem die Fußgängerzone im vergangenen August abgebaut worden sei, habe sein Umsatz prompt wieder um vier bis 20 Prozent angezogen.
weiterlesenvon Patrik Stäbler
Foto: © Von Karl Schillinger – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=114288125

Die Landeshauptstadt muss aufpassen, dass in Zentren wie der Weißenburger Straße neben dem Faktor „Aufenthaltsqualität“ nicht alle anderen notwendigen Attraktivitätsfaktoren verloren gehen. Solche Kerne wie die Weißenburger Straße sind im Normalfall die Orte, an denen man sich trifft: zum Einkaufen, zum Ratsch, um etwas zu essen – und idealerweise auch, um einen Teil seiner Freizeit zu verbringen. Sie sind damit weit mehr als nur eine Ansammlung von Läden: Sie sind soziale Infrastruktur und identitätsstiftender Mittelpunkt eines Stadtviertels. Ohne Läden trocknen diese Zentren jedoch aus.Läden benötigen jedoch ein bestimmtes Maß an Zugänglichkeit für alle Mobilitätsarten da nicht davon ausgegangen werden kann dass alle Einkäufe zu Fuß oder mit dem Rad erfolgen können. Auch werden nicht alle Kunden im direkten Umkreis wohnen.
Mit der Aussage „Dabei habe das Pro-Lager mehr als 2400 Unterstützende aus dem Viertel hinter sich versammelt, wohingegen die Gegner nur auf knapp 400 gekommen seien.“ habe ich auch so meine Schwierigkeiten. Wir haben unsere eigenen Erfahrungen damit, dass bei Online Petitionen häufig ideologisch dem Thema gewogene Aktivisten, die nicht im Viertel wohnen, sich engagieren. Wie war im vorliegenden Fall sichergestellt, dass nur Leute im Viertel ihre Meinung äussern konnten?