Süddeutsche vom 4. November 2025: „Ami-Siedlung“ ein Denkmal? 1000 günstige Neubau-Wohnungen auf der Kippe

Der Bund will die Siedlung am Perlacher Forst in München in großem Stile nachverdichten und die Wohnungen dann für zehn Euro pro Quadratmeter vermieten. Doch einflussreiche politische Kräfte arbeiten daran, dass das Areal unter Schutz gestellt wird – womit das Bauvorhaben hinfällig wäre.

…„Ein lebenswertes Quartier, das Geschichte und moderne Stadtentwicklung vereint“ – diese Vision will der Bund realisieren, wenn er die „Ami-Siedlung“ im Münchner Süden mit bis zu 1000 sehr günstigen Wohnungen nachverdichtet. Doch das für München und den bundeseigenen Wohnungsbau enorm wichtige Projekt steht nun auf der Kippe.

…Am Freitag 31. Oktober hat sich der Landesdenkmalrat, der die Staatsregierung berät, mit der „Ami-Siedlung“ beschäftigt. Ein förmlicher Beschluss sei zwar noch in Arbeit, sagt der Ratsvorsitzende Robert Brannekämper, der auch für die CSU im Landtag sitzt. „Aber wir sehen eine besondere historische Bedeutung der Ami-Siedlung.“ In informellen Gesprächen ist zu erfahren, dass Brannekämper eine treibende Kraft pro Denkmalschutz ist.

..Es ist also recht wahrscheinlich, dass neben dem Landesdenkmalrat auch der Landtag dem Wissenschaftsministerium und dem ihm unterstellten Landesamt für Denkmalpflege empfehlen wird, die „Ami-Siedlung“ unter Schutz zu stellen. Das Landesamt selbst teilt mit, man prüfe „aktuell die Amerikanische Siedlung am Perlacher Forst hinsichtlich ihrer Denkmaleigenschaft“ und äußere sich deshalb derzeit nicht weiter dazu.
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von Sebastian Krass

Foto: Cincinnati-Kino, © Von Zeitlupe – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=41189707

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