Süddeutsche vom 20. September 2022: Bauprojekt Paketposthalle – Mehr Grün – und noch mehr Hochhäuser

Der Investor hat seine Pläne für das Neubauquartier überarbeitet und Wünsche aus dem Bürgergutachten berücksichtigt. Direkt vor der Halle soll nun ein Park entstehen. Und die zwei 155-Meter-Türme könnten kleinere Nachbarn bekommen.
…..Mit der Überarbeitung reagiert die Büschl-Gruppe mit ihren Architekten von Herzog/de Meuron (Basel) und Vogt Landschaftsarchitekten (Zürich) auf das “Bürgergutachten”, das die Stadt in Auftrag gegeben und im Februar vorgestellt hatte. 112 Münchnerinnen und Münchner hatten darin Wünsche und Erwartungen an das Bauprojekt formuliert, das 1100 neue Wohnungen, 3000 neue Arbeitsplätze und eine Belebung der bisher öffentlich nicht zugänglichen Paketposthalle an der S-Bahn-Station Hirschgarten schaffen soll. Die Gutachterinnen und Gutachter empfahlen, dringend “mehr Grün- und Freiflächen mit einer hohen Aufenthaltsqualität einzuplanen”, das könne auch “durch höhere Wohnblöcke” erreicht werden.

…..Ursprünglich war auch an dieser Stelle eine sechsgeschossige Bebauung geplant. Die für den Park wegfallende Geschossfläche will die Büschl-Gruppe unter anderem durch ein 65-Meter-Gebäude mit 19 Geschossen am Ende des Parks kompensieren. Es soll in Holz-Hybrid-Bauweise entstehen. Das zweite zusätzliche Hochhaus ist am anderen Ende des Quartiers, also in Richtung des Kulturzentrums “Backstage” und der Bahngleise vorgesehen. Zudem will die Büschl-Gruppe, anders als bisher geplant, das neungeschossige Post-Gebäude an der Arnulfstraße erhalten und zwei bisher sechsgeschossige Wohnblöcke, die sogenannte “Teppichbebauung”, auf sieben Etagen erhöhen. Die Menge des sozialen Wohnungsbaus soll gleich bleiben. Der Beiratsvorsitzende der Investorenfirma, Ralf Büschl, hat dafür einen Anteil von 50 Prozent der Wohnflächen versprochen.

….Stadtbaurätin Merk merkt in dem Papier zudem an, dass die Zielmarke, in Neubaugebieten pro Einwohnerin und Einwohner 20 Quadratmeter Freifläche zu schaffen, im überarbeiteten Konzept “weiterhin unterschritten” werde. Insgesamt sei der Anteil an Freiflächen sogar nur in geringem Maße gestiegen, da die begrünten Dachflächen der Wohnblöcke ebenfalls als Freiflächen gezählt wurden. Dadurch, dass sie im Park aber ebenerdig und öffentlich zugänglich wären, sei “eine deutliche Verbesserung erreicht”. Zudem solle die Verfehlung des 20-Quadratmeter-Ziels kompensiert werden, indem der Investor verpflichtet wird, im Radius von 1,5 Kilometern um die Paketposthalle Frei- und Grünflächen aufzuwerten.

….Der zweite große Kritikpunkt aus dem Bürgergutachten war, dass bisher unklar ist, wie die in den Sechzigerjahren gebaute und denkmalgeschützte Paketposthalle künftig genutzt und betrieben werden soll. Derzeit ist in dem gewaltigen Bau (Grundfläche 124 mal 147 Meter, Höhe 27 Meter) das Briefverteilzentrum der Post untergebracht, das nach Germering umziehen wird. Architekt Jacques Herzog spricht davon, dass unter dem Gewölbe “ein überdachter öffentlicher Raum” entstehen solle. Im Untergeschoss ist unter anderem ein Kultur- und Veranstaltungssaal für 3000 Menschen vorgesehen. Die Gutachterinnen und Gutachter forderten, dass geklärt werden müsse, “wer das finanzielle Risiko des Betriebs der Halle trägt”.
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von Sebastian Krass

Foto: Visualisierung vom Schloß Nymphenburg aus gesehen (diese ist wohl doch nicht so unrealistisch, wenn der Investor noch 2 zusätzliche Türme mit je 65 Metern Höhe plant?)

Auch die Abendzeitung berichtet: Hochhäuser in München? Keine Mehrheit für Turm-Entscheid

Sind 13.000 viel oder wenig? Im Rathaus zumindest war man wenig beeindruckt, als der Landtagsabgeordnete Robert Brannekämper (CSU) und seine Mitstreiter vor ein paar Wochen diesen Zwischenstand vermeldeten. 35.000 Unterschriften will Brannekämper bis zum Jahresende sammeln – um einen Bürgerentscheid zu den Türmen an der Paketposthalle zu erzwingen.

Planungsreferentin Elisabeth Merk (parteilos) positioniert sich vor der politischen Debatte gegen einen Bürgerentscheid. Ihre beiden Papiere für die Sitzungen liegen der AZ vor. “Die weitere Nutzung der Paketposthalle soll in einem partizipativen Prozess mit interessierten Bürger*innen und dem Bezirksausschuss unter Beteiligung von Landschaftsarchitekten entwickelt werden”, heißt es in dem einen. “Die Vorbereitung und Durchführung eines Bürgerentscheids über eine Hochhausgrenze wird aus den dargestellten Gründen nicht beauftragt”, in dem anderen, mit dem Merks Planungsreferat auf mehrere Anträge der ÖDP reagiert.
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von Felix Müller

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