Abendzeitung vom 21. Oktober 2021: Abstimmung über Hochhäuser: “Nicht im stillen Kämmerlein”

Sollen die Bürger über hohe Hochhäuser abstimmen? Um den Vorschlag des Investors Ralf Büschl ist eine politische Debatte entbrannt. ..
..Erbitterte Gegner der geplanten 155-Meter-Zwillingstürme an der Paketposthalle möchten jetzt über 40.000 Unterschriften zusammensammeln – damit will der Verein Hochhausstopp ein neues Bürgerbegehren anstoßen. Investor Ralf Büschl schlägt als Reaktion darauf ein vom Stadtrat initiiertes Ratsbegehren vor – um als Unternehmer planen zu können.

Ein Dringlichkeitsantrag der ÖDP/München Liste vom Mittwoch- die Stadt solle möglichst schnell einen Ratsentscheid zur Hochhausgrenze von 100 Metern vorbereiten – wurde aber vertagt. Dirk Höpner, planungspolitischer Sprecher der ÖDP/München Liste, sagte: “Ich begrüße es ausdrücklich, dass ein Bau-Investor die Bürger befragen möchte, bevor er seinen Image-Tempel in unser Stadtbild betoniert.
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Katrin Habenschaden: “Die Münchner haben die 100-Meter-Grenze beschlossen. Die Frage, ob sie heute noch zeitgemäß ist, sollten deshalb wieder die Münchner beantworten. Deshalb plädieren wir Grüne für ein Ratsbegehren. Ob ein Hochhaus eine Bereicherung für ein Viertel ist, hängt für mich nicht davon ab, ob es 90 Meter hoch ist oder 110 Meter. Es geht darum, ob bezahlbarer Wohnraum entsteht, ob das Gebäude nach ökologischen Kriterien errichtet wird, wie es auf die Nachbarschaft einwirkt und ob es einen architektonischen Mehrwert bietet.”
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Linken-Stadträtin Brigitte Wolf, Mitglied der Stadtgestaltungskommission: “Wir sind für ein Ratsbegehren. Bisher haben CSU und SPD das abgelehnt. Ich finde es einen seltsamen Vorgang, dass das jetzt klappen könnte, weil es der Investor will. Das lässt tief blicken. Für wen wird da gebaut? Demokratietechnisch muss die Entscheidung den Bürgern vorgelegt werden, finden wir. Es geht dabei um die Frage: Soll sich München auf den Weg zu einer Hochhausstadt machen – oder nicht? Es gibt viele Argumente, die die Hochhausszenerie als überholt sehen. Ein nachhaltiges Hochhaus kriegen sie nicht gebaut, glaube ich.”
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AZ, Eva von Steinburg

Foto: Visualisierung nach den Höhenballons, gesehen vom Schlossrondell Nymphenburg © privat

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Ein Kommentar

  1. Manche Leute erzählen uns, Hochhäuser seien ökologisch, weil sie weniger Boden versiegeln.
    Versiegelung sind allerdings auch die Tiefgaragen darunter und die sollen beim Büschl-Denkmal 3 Stockwerke tief in den Boden reichen. Und daraus werden dann Autos Autos Autos quellen, die die Straßen rundherum überschwemmen und einen dringenden Bedarf nach noch mehr Asphalt auslösen und dann wird eben nicht mit dem Haus, sondern mit den zu verbreiternden Straßen versiegelt.
    Drei einfache Forderungen:
    – 30 % Sozialwohnungen in den Turm
    – Ökologische Baustoffe nach dem besten Standard, der nur möglich ist
    – Der gesamte Personen- und Kleintransportverkehr ist über den ÖV oder per Fahrrad abzuwickeln
    Da Herr Büschl ja gesagt hat, die Stadt habe ihm so viel gegeben und er wolle nun auch der Stadt etwas zurückgeben, ist das bestimmt eine angemessene Forderung. Welch wertvolle Erfahrungen ein so hohes ökologisch korrektes Bauwerk bringen kann, ein Gewinn für die Baubranche ebenso wie für die Stadtgesellschaft.

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