München: Mahnwache Uhrmacherhäusl, Besuch von der BI zum Derzbachhof

Gebannt gelauscht bei der doppelten Mahnwache in Giesing

Am Freitag, den 09.04.2021, hielt das Bündnis Heimat Giesing Ihre Mahnwache am Uhrmacherhäusl zusammen mit der Mahnwache des Derzbachhof ab.

Claudia Kaiser hielt einen Vortrag über den Derzbachof von 1751.
Er ist der älteste Bauernhof von München und stammt aus der Zeit Mozarts. Sie lud die Teilnehmer der Mahnwache zu einer Zeitreise in die Epoche des Barocks ein. Mit Kompositionen von Mozart und anderen Komponisten des 18. Jahrhunderts wurde ihr Vortrag musikalisch untermalt.
Sie berichtete von der unverständlichen Baugenehmigung für einen überdimensionierten Neubau im historischen Bauerngarten und dem genehmigten Umbau im Bauernhaus, die eher einer „Zerstörung“ des Denkmales gleicht. Auch die allgemeine Problematik von Denkmälern in München wurde erörtert.

Auszug aus dem Vortrag:

Zwischen Dezember 2018 und Frühjahr 2021 begann eine unsensible Zerstörung, die ihresgleichen sucht und immer weiter eskaliert.

  • Schuppen und Remise werden abgerissen
  • Im Februar 2019 scheitert eine Petition, die sich für einen vollständigen Erhalt des Hofensembles eingesetzt hat.
  • Wenige Tage später erhält der Investor einen Bauvorbescheid
  • Dann werden uralte, seltene Obstbäume im historischen Bauerngarten gefällt.  Insekten, Vögel und Eichhörnchen verlieren abermals ihre Heimat
  • Das markante Außen-Klohäusl wird entfernt und entsorgt
  • Im Februar 2020, noch kurz vor den Kommunalwahlen erhielt der Investor eine Baugenehmigung für einen völlig überdimensionalen Neubau mit 16 Luxus-Wohnungen. Im Denkmal selbst werden weitere 4 Wohnungen in Betonbauweise genehmigt. Haus und Stall dürfen entkernt, die Bretterwände durch eine Glaswand mit Querlattenoptik ersetzt werden. Die typische denkmalgeschützte Holzständerbauweise des Stadls wird in Schränken verschwinden.
  • Die wohl letzte urige Kornkammer Münchens im 1. Stock mit dem historischen schrägen Kamin, wo früher das Korn im Winter trocken gehalten werden konnte, wird im Juni 2020 zerstört und soll zu einem Bad umgebaut werden.
  • Seit dem Frühjahr 2020, wird die Tiefgarage und der Neubau mit Brachialgewalt in das Grünland gepresst und damit der Bauergarten restlos zerstört
  • Derzeit geht es auch dem Denkmal selbst an den Kragen: Der Dachstuhl wird mit massiven Dachsparren förmlich aufgespießt und massakriert, das alte Blech-Feuerdach wurde entfernt; die ehemalige Schwarzküche am historischen Kamin mit einem kleinen Kelleranteil, der als Kühlschrank seiner Zeit fungierte, wird ein Klo werden
  • Anfang des Jahres 2021 wird die Mauer zwischen Wohnteil und Stall, die noch aus der Bauzeit stammen dürfte, entfernt. Im Stall wurden ganze Ziegel-Wandteile abgebrochen, mit der Begründung sie seien versalzen und feucht. Futtertröge, Hühnerstall und Taubenschlag sind weg.
  • Im  Moment gräbt ein Bagger ein tiefes Loch in den Stallboden um ihn 80 cm abzusenken. Kürzlich wurden im Wohnteil historische Balken brutal entfernt.
  • Im Gang des Eingangsbereichs wurden die historischen Bodenfließen entfernt, denn sie hatten ja Risse. Man ist glücklich für die Erneuerung die gleichen Fließen gefunden zu haben.

Wer sich darüber freuen kann, hat für mich, Denkmalschutz nicht verstanden. 
(Claudia Kaiser, BI Dorfkernensemble Forstenried)
Bilder vom Derzbachhof finden Sie hier! (Foto: © HeimatGiesing)

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