Wien: Stadt Wien präsentiert Pläne für Wiener Eislaufverein, Hotel Intercontinental und Wiener Konzerthaus

Wien (OTS/RK) – Bürgermeister Michael Häupl und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou haben am Dienstag, den 13. Dezember 2016 das Ergebnis des Vermittlungsverfahrens für das Areal Eislaufverein, Intercont und Konzerthaus vorgestellt. “Der Wiener Eislaufverein gewinnt zu seinen 150 Jahren weitere 100 Jahre Bestehen und wird noch attraktiver, das Konzerthaus erhält ein großzügiges Vorfeld mit der Möglichkeit der Schaffung neuer Zugänge. Wien bekommt einen modernen Konferenzstandort und für die WienerInnen öffnen wir einen neuen Platz mitten in der Stadt”, erklärten Bürgermeister Michael Häupl und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou. „Die Nachdenkpause wurde in jeder Hinsicht bestens genutzt und das vorliegende Projekt wurde in allen wesentlichen Bereichen optimiert. Diese Neugestaltung werden von der Stadt Wien und von allen Beteiligten – Eislaufverein, Konzerthaus, Hotel Intercont und dem Eigentümer WertInvest getragen.“

Pressekonferenz 13. Dezember 2016
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Das adaptierte Projekt führt alle gestalterischen Elemente des von einer internationalen Jury gekürten Entwurfs von Architekt Isay Weinfeld fort und steht somit in Kontinuität mit dem Ergebnis des Architektur-Wettbewerbes und des kooperativen städtebaulichen Planungsverfahrens, das am Beginn der Entwicklung stand. Die Adaptierungen wurden vom Planungsteam rund um Isay Weinfeld auf Basis der Vorgaben der Stadt Wien in Abstimmung mit WertInvest und externen ExpertInnen erarbeitet.
Dazu Bürgermeister Michael Häupl: „Die Neuorganisation des Areals zwischen Eislaufverein, Intercont und Konzerthaus ist eine weitere wichtige Maßnahme um Wien zukunftsfit zu machen. Die historische Atmosphäre des Gebietes bleibt erhalten, während gleichzeitig die Funktionalität auf die Anforderungen einer modernen Millionenstadt aufgewertet wird.“
Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, Stadträtin für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung sagt weiter: „Die nun vorliegende neue Gestaltung eines in die Jahre gekommenen Ortes der Stadt ist gut für Wien. Der Eislaufverein gewinnt ein neues Antlitz und wir werden auch für die nächsten 100 Jahre einen Eislaufplatz mitten in der Stadt haben. Das Konzerthaus kann sich neu präsentieren und für die Wiener Bevölkerung entsteht ein neuer großzügiger Platz in zentraler Lage. Das Intercont bedeutet eine Aufwertung für den Konferenzstandort Wien.“
Michael Tojner, WertInvest, betont: „Das Projekt war für uns immer schon weit mehr eine Leidenschaft als eine Frage der ökonomischen Vernunft. Wir wollten aber ein Projekt auf die Beine stellen, das nachhaltige Impulse für Wien setzt, vor allem in Bezug auf internationale Architektur, öffentlichen Mehrwert durch Absicherung des Wiener Eislaufvereins und eines neuen Konferenzzentrums sowie in Bezug auf Nachhaltigkeit. An diesem Ort zu bauen, bedeutet im besonderen Maße unterschiedliche Interessenslagen zu berücksichtigen und immer wieder aufs Neue gemeinsam Nachzudenken. Die Geduld aller Beteiligten und unser finanzieller Atem wurden auf eine harte Probe gestellt. Leicht haben wir es uns nicht gemacht, und leicht hat man es uns nicht gemacht. Ich meine aber, das Ergebnis spricht für sich. Mein besonderer Dank gilt dem Architekten Isay Weinfeld, der Stadt Wien und allen Mitarbeitern, die in diesem aufwendigen, fünf Jahre dauernden Prozess drangeblieben sind.“
Walter Leschetizky, Präsident des Wiener Eislauf-Vereins sagt:
„Nach langen Verhandlungen konnten der Wiener Eislauf-Verein (WEV) und WertInvest einen Durchbruch erzielen. Zu einer Einigung kam es hinsichtlich der Gestaltung des zukünftigen Areals des WEV und zu den wesentlichen Vertragspunkten. Der WEV ist zuversichtlich, dass auch die letzten Detailfragen mit WertInvest geklärt werden können. Der traditionsreiche Wiener Eislauf-Verein, der im nächsten Jahr sein 150-jähriges Jubiläum feiert, kann, wie auch seine Mitglieder und alle die den Eislaufsport lieben, mit Zuversicht und Optimismus in die Zukunft schauen.”
Präsident des Kuratoriums, Wiener Konzerthausgesellschaft Christian Konrad sagt zum Projekt: „Das Projekt hat ein großes Potenzial und die freie Sicht wird das Wiener Konzerthaus architektonisch aufwerten. Ein attraktiv gestalteter öffentlicher Raum unmittelbar vor dem Haus stellt einen Mehrwert für die Besucherinnen und Besucher des Wiener Konzerthaus dar.“
Und Matthias Naske, Intendant, Wiener Konzerthausgesellschaft, sagt: „Als unmittelbarer Nachbar ist die Wiener Konzerthausgesellschaft in hohem Maße an einer gesamtheitlichen Weiterentwicklung und Belebung dieses Stadtraums interessiert. Die ganzjährige Durchwegung entlang der Längsfassade des Wiener Konzerthauses ist dabei ein Gewinn.“

Die Details des Projekts: Neuer Eislaufverein, Öffnung des Konzerthauses, neuer Freiraum

Die Details des adaptierten Projektes Wiener Eislaufverein, Hotel Intercontinental und Wiener Konzerthaus beinhalten Folgendes:

  • Erhaltung des Standortes des Wiener Eislaufvereins (Eislaufverein-Freifläche: 6.500 m²) bzw. umfassende Erneuerung/Erweiterung der Infrastruktur (zusätzliche 1.000 m2 große Ganzjahres-Eishalle für Eishockey, Eiskunstlauf und Eistanz), vertraglich auf 99 Jahre gesichert
  • Schaffung eines neuen, offenen öffentlichen Platzes mit weitreichenden konsumfreien Zonen während sieben Monaten im Jahr auf privatem Grund: Attraktivierung des gesamten Außenbereiches (Bepflanzung etc.) und dessen Bespielung (mit Musik, Kultur, Freizeitmöglichkeiten etc.); die Außenfläche umfasst außerhalb der Eislaufsaison insgesamt 6.500 m² (öffentlicher Platz) und Stadtterrasse 800 m²
  • Öffnung des Durchgangs Heumarkt und Lothringerstraße (Verbreiterung auf 5,0 bis 6,5 m) – Wege insgesamt rund 500 m²
  • Öffnung des Areals zum Konzerthaus, Wiederöffnung des Seiteneingangs
  • Schaffung neuer Büroflächen und Proberäume für Kunst-Kultur-Ateliers
  • Neue Anlagen und Infrastruktur für den Sport (Turnsaal für umliegende Schulen und Vereine) sowie Fitnesseinrichtungen

Die Eckpunkte des adaptierten Projektes

  • Der von der internationalen Jury ausgewählte Entwurf von Isay Weinfeld (Scheibe – Platte – Turm) wird beibehalten und in entscheidenden Punkten adaptiert.
  • Die Redimensionierung des Turms sieht eine Reduktion von 3 Geschoßen vor. Der Turm wird somit um ca. 10 Meter niedriger (neu:
    66,3 m), schlanker und eleganter. Die auf Wohnungen entfallende Fläche reduziert sich um 24%.
  • Das bestehende Hotel wird an leicht veränderter Position neu errichtet, da nur 10-15 % der Gesamtgebäudesubstanz hätten erhalten werden können. Das Ensemble rückt Richtung Johannesgasse vor und schafft mehr Raum für eine verbreiterte Durchwegung entlang des Konzerthauses. Die Hotelscheibe wurde gegenüber dem ursprünglichen Projekt um 2 Geschoße reduziert und im Grundriss optimiert. Durch die Sanierung und Renovierung des gesamten Hotelbereichs können die Kongress-Kapazitäten maßgeblich ausgebaut werden.

All diese Punkte werden durch städtebauliche Verträge abgesichert sowie in bilateralen Vereinbarungen zwischen Eigentümer und WEV, sowie Konzerthaus und anderen geregelt.

Chronologie des Planungsverfahrens

  • Kooperatives Planungsverfahren (2012)
    Auf Initiative der Stadt Wien wurden 2012 in umfangreichen Hearings die Möglichkeiten des Areals ausgelotet. Daran nahmen AkteurInnen vor Ort (WEV, Konzerthaus, Hotel InterContinental), der Investor, VertreterInnen des Magistrats und der Politik (Stadtplanungsressort, Planungssprecher, Bezirke) sowie Fachexpertinnen und Fachexperten aus Architektur und Städtebau sowie Denkmalschutz teil. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen wurde ein mehrstufiges kooperatives ExpertInnenverfahren durchgeführt, an dem 50 Beteiligte aus Politik und Magistrat, des Wiener Eislaufvereins, des Konzerthauses, des Internationalen Rates für Denkmalpflege (ICOMOS), des Investors sowie des Hotelmanagements teilnahmen. Die Öffentlichkeit wurde mittels AnrainerInnen-Befragung in das Verfahren eingebunden und eine Ausstellung mit begleitenden Dialogen durchgeführt. Das kooperative ExpertInnenverfahren war bewusst so angelegt, dass der gesamten Bandbreite an unterschiedlichen Sichtweisen Gehör verschafft wurde.
  • Beschluss der Stadtentwicklungskommission und Architekturwettbewerb (2013-2014)
    Auf Basis für den Wettbewerb diente der Beschluss der Stadtentwicklungskommission zur Neugestaltung des Areals. Im Wettbewerb selbst, der seitens des Investors ausgelobt wurde, haben 24 hochqualifizierte Architekturbüros eine große Bandbreite an Konzepten vorgelegt. Für das mit VertreterInnen der Stadt und internationalen Architektur- und StädtebauexpertInnen besetzte Preisgericht unter der Leitung von Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Markus Allmann (Universität Stuttgart) war das Projekt des brasilianischen Architekten Isay Weinfeld eindeutig die beste und tragfähigste Lösung.
  • Fachbeirat (2014-2016)
    Aufbauend auf den vorangegangenen umfangreichen Planungsschritten wurden Vorbereitungen für ein Flächenwidmungsverfahren gestartet. Die dazu eingeholten fachlichen Beurteilungen des Magistrats und des Fachbeirates für Stadtplanung und Stadtgestaltung führten im Mai 2016 zur Einschätzung, dass es trotz der soliden Vorarbeiten noch offene Fragen und Bedenken gab.
  • Nachdenkpause und Vermittlungsverfahren (2016)
    In der im Mai 2016 vorliegenden Form konnte daher für dieses Vorhaben kein Flächenwidmungs¬verfahren eingeleitet werden. Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou erklärte deshalb für alle Seiten eine „Nachdenkpause“, um im Zuge eines Vermittlungsverfahrens tragfähige Lösungen zu suchen. Im Zuge des Vermittlungsverfahrens unter Leitung von Univ. Prof. Dipl. Architekt ETH Christoph Luchsinger und DI Christof Schremmer MCP konnte der Entwurf in entscheidenden Bereichen optimiert und die Hinweise des Fachbeirates aufgenommen werden.

 

Weitere Vorgangsweise

  • Stadt Wien:
    Geplanter Start der öffentlichen Auflage des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans – Mitte Jänner 2017 und anschließende Befassung des Wiener Gemeinderates
  • WertInvest:
    Geplanter Baubeginn im April 2019; nach Ende der Eislaufsaison 2018/2019

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One thought on “Wien: Stadt Wien präsentiert Pläne für Wiener Eislaufverein, Hotel Intercontinental und Wiener Konzerthaus”

  1. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Unseco hier zustimmen wird. Nur ein paar Meter weniger Höhe ist ja lachhaft.
    Es soll ja auch ein Kongresszentrum im Hochhaus entstehen – in wie weit hat die Stadt Wien hier Zusagen gemacht, dort dann soviele Kongresse wie möglich zu veranstalten, damit der Investor keine Verluste hat, bzw. was bezahlt die Stadt Wien für die Nutzung der Räume (pauschal, montalich, jährlich oder pro Veranstaltung?)

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